VOR DEM JAHR 1964
Obwohl
als Geburtsjahr des Ensembles SLAK (Ansambel Lojzeta Slaka) in den Standesregistern
das Jahr 1964 eingetragen ist, begann die Geschichte des Ensembles eigentlich
schon, als der Jüngling aus Jordankal bei Mirna Peè in der Region Dolenjsko mit
seiner Harmonika in der Sendung "Pokaži kaj znaš" (Zeig, was du kannst!)
den ganzen Saal auf die Beine brachte, mit großem Vorsprung den ersten Platz eroberte
und sich so den Weg in das Rundfunkhaus und in die Studios öffnete.
Zuhörer, Musikredakteure, alle waren sich einig, dass es sich hier um ein Ausnahmetalent
handelt, um einen Musikanten mit der richtigen Einstellung und viel Energie. Kein
Wunder, denn mit dem Musizieren waren seine schönsten Erinnerungen verbunden und
die musikalische Ader hatte er sozusagen schon von Kindesbeinen an. Onkel Ludvik,
mütterlicherseits, weckte nämlich im kleinen Lojze die musikantische Ausgelassenheit
und Freude an der Musik und hat so wahrscheinlich schon in früher Jugend dessen
Schicksal vorgezeichnet. In der Familie Slak aber waren noch einige Burschen mit
Volksweisen „infiziert“ und so stellte Lojze bald das Instrumentalquartett mit
den Brüdern Matija, Stane und Tone auf, das bald in ganz Dolenjsko bekannt wurde.
Die fröhlichen Burschen traten mit ihrer Musik, die warm und heimisch klang, auf
Veranstaltungen auf, auch Volksfeste waren ihnen nicht fremd und überhaupt kam
ihnen jede ausgelassene Gelegenheit gerade recht. Als aber die Armee dazwischen
kam, gingen die Brüder auseinander, Lojze zog wegen seiner Beschäftigung nach
Ljubljana um und das war das Ende des Ensembles der Brüder Slak.
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Lojze jedoch verzweifelte nicht. Sein Wunsch nach einem Ensemble wuchs immer sehnlicher
und jedes Mal, wenn er die Harmonika in die Hände nahm, war er fest entschlossen,
die Melodien und Weisen, die nur so unter seinen Fingern hervorquollen, wieder
mit einem Ensemble zu spielen. Mit dem Freund Niko Zlobko, der mit Klarinette
und Gitarre zu den Brüdern Slak einsprang, als der erste den Soldatenrock anzog,
schworen sie, so lange zu suchen, bis sie den dritten Musikanten finden würden.
So gewannen sie noch Ciril Babnik mit dem uralten slowenischen Streichinstrument
"berda" dazu. Das Instrumentaltrio Lojze Slak war geboren. Als nach
kaum zwei Jahren Ciril Babnik zu spielen aufhörte, ersetzte ihn Franc Sever.
Lojze, Niko und
Franz nahmen schon den Anfang sehr ernst: Erfolgreich traten sie auf verschiedenen
Treffen von Ensembles auf und so auch auf dem Wettbewerb in Kranj, auf dem Gorenjski
Sejem (Oberkrainer Messe), wo sie einfach übermächtig siegten. Sie gewannen auch
den ersten Preis auf der Ensemblerevue in Ljubljana auf dem Gospodarsko razstavišèe
und der Weg in die Aufnahmestudios wurde von Tag zu Tag kürzer.
Obwohl das Ensemble der Brüder Slak die ersten Musikstücke für das Radioarchiv
bereits am Anfang der sechziger Jahre aufgenommen hatte und das Trio von Lojze
Slak am Anfang des Jahres 1964 schon die erste kleine, bei der Produktion RTB
(Rundfunk Belgrad) herausgegebene Schallplatte unter Dach und Fach hatte, stellt
aber den richtigen Anfang des Ensembles SLAK, wie es die Freunde der volkstümlichen
Musik in ihr Herz geschlossen haben, dennoch die Begegnung des Instrumentaltrios
Slak mit dem Vokalquintett FANTJE S PRAPROTNA dar. Die Sänger aus dem Tal Selška
dolina – die Tenoristen Andrej Bergant und Jože Šifrer, der Baritonist Janez Habjan
und die Bassisten Janez Kalan und Janez Dolenc – triumphierten genau so wie das
Trio Slak auf einer der Sendungen "Pokaži kaj znaš" (Zeig was du kannst).
Bald nach dem Treffen vor den Mikrofonen der Sendung des Ljubljanaer Rundfunks
vereinbarten die Sänger und Lojze ihre Zusammenarbeit, und so wurde die Gruppe
geboren, die genau so wie vor ihr Slavko Avsenik und seine Original Oberkrainer,
ein neues Kapitel in der Tradition der slowenischen volkstümlichen Musik geschrieben
hat.
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