Lojze Slak wurde am 23. Juli 1932 im Dorf Jordankal in der Nähe des Ortes Mirna Peč in Dolenjsko geboren. Seine Jugend verbrachte er vor allem bei der Großmutter in Mali Kal, denn in der Familie Slak waren 10 Kinder, und der kleine Lojze musste wegen der Krankheit seiner Mutter vor Beendigung seines ersten Lebensjahres von zu Hause fort. Aber gerade das beeinflusste seinen weiteren Lebensweg schicksalhaft. Onkel Ludvik besaß nämlich eine diatonische Harmonika, mit der er auf verschiedenen Dorffesten spielte. Der kleine Lojze wurde von diesem Instrument ganz verzaubert. Noch vor seinem ersten Schultag konnte er schon mehr als ein Dutzend Lieder spielen. Onkel Ludvik zeigte ihm zwar Manches, aber er regte ihn beim Spielen auf der Harmonika dazu an, einfach selbst zu lernen, weil das so besser wäre. Mit 15 Jahren spielte er bereits als selbständiger Musikant auf einer Hochzeit. Es wäre sehr schwer, alle Hochzeiten nachzuzählen, aber es waren gewiss einige hundert! Auf diese Weise erfreute er die Hochzeitsgäste sogar 10 Jahre lang – bis zu seinem fünfundzwanzigsten Lebensjahr. Später erzählte er oft, dass diese Hochzeiten seine beste Musikschule gewesen waren. Auf den Hochzeiten spielte er vor allem allein oder mit Aushilfsmusikern als Trio Lojze Slak.

               
Eine Wende in seiner Karriere brachte das Jahr 1957, als zum ersten Mal als selbständiger Harmonikaspieler in der öffentlichen Rundfunksendung „Pokaži, kaj znaš“ (Zeig, was du kannst!) auftrat und sowohl die Fachwelt als auch das Rundfunkpublikum bezauberte.
Im Jahre 1959 wurde das Ensemble der Brüder Slak gegründet. Im Quartett spielten Bruder Tone Trompete, Matija Klarinette, Stane Bass und Lojze Harmonika. In dieser Besetzung spielten die Brüder gut drei Jahre lang. Dann mussten Matija und Tone zur Armee und das Ensemble trat deswegen nicht mehr auf. Lojze aber ruhte nicht. Alsbald fand er drei Sänger und nahm am Wettbewerb neuer Ensembles teil, der in Ljubljana auf dem „Gospodarsko razstavišče“ (Austellungsgelände) statt fand. Sein Musikstück „Domači vasici“ (Dem Heimatdorf) wird über Nacht das erste größere Erfolgslied des Lojze Slak.
Im Jahre 1964 lernte Lojze auf einem seiner Auftritte beim Sender Radio Ljubljana die Sängergruppe „Fantje s Praprotna“ (Sänger aus dem Dorfe Praprotno im Tal Selška Dolina) kennen und sofort fanden sie Gefallen aneinander. Schon bald versuchten sie gemeinsam einige Lieder und sie einigten sich für ein gemeinsames Auftreten. So entstand eines unserer besten und zugleich auch originellsten heimischen Ensembles der volkstümlichen Musik.

           
Lojze Slak ging nach der Auflösung des Ensembles Brüder Slak nach Ljubljana und fand dort Arbeit, die ihm ein entsprechendes Einkommen brachte. Unter anderem war er auch als Schofför im Unternehmen Petrol tätig. Er lernte als Tapezierer aus und arbeitete im damaligen Möbelwerk, später Hoja genannt. Durch seine strebsame und erfolgreiche Arbeit rückte er vom Berufsarbeiter zum Handelskaufmann im Betrieb vor und von diesem Posten trat er in den verdienten Ruhestand.
Im Februar des Jahres 1960 heiratete er Ivanka Gaber, die er in Ljubljana kennengelernt hatte. Das hübsche Mädchen war übrigens aus der Štajerska, nämlich aus Javorje nahe Gorica pri Slivnici. Im Jahr 1960 wurde ihm und seiner Frau Ivanka der erste Sohn - Slavko – geboren, nach sechzehn Jahren dann noch der zweite Sohn – Robert. In den siebziger Jahren zog die Familie Slak aus der Wohnung in Ljubljanske Dravlje in ihr neu erbautes Haus in Šentvid bei Ljubljana um.
In dieser Zeit etwa begannen auch längere Konzerttourneen, die Lojze Slak und sein Ensemble quer durch Europa führten : zuerst nach Deutschland, dann in die Schweiz, nach Frankreich, später aber auch über die große Pfütze nach USA und Kanada. Sie raubten ihm nahezu die gesamte Freizeit, spornten ihn aber zu noch größerem musikalischen Schöpfergeist an..

     
Lojze, der sein Instrument, die diatonische Harmonika, bis zur Perfektion beherrschte, erkannte, dass ihm diese für seinen musikalischen Ausdruck nicht genügend Möglichkeiten bot. Deshalb erfand er und fügte der Harmonika einen besonderen Knopf zu, der als „Slakov gumb“ (Slak Knopf) bekannt wurde. Somit leistete er einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung der diatonischen Harmonika sowie ihrer Popularität in der Welt der Musik.
In seiner reichhaltigen Musikkarriere wurde Lojze mit so mancher Bitterkeit und Lebenserfahrung konfrontiert. Eine davon war der tragische Tod des Sängers und Ensemblemitglieds Jože Šifrar. Trotz des großen Verlustes und der Melancholie konnte Lojze mutig und mit seinem untrüglichen Sinn für die Entwicklung der Gruppe das Ensemble wieder aufrichten und für den weiteren Weg die richtigen Mitarbeiter aussuchen. Überhaupt waren Kameradschaft und Mitarbeit zwei der Haupttugenden von Lojze Slak.
Der Weg in der Musik führte nur mehr steil nach oben. In der Heimat wurde das Ensemble Lojze Slak zum Inbegriff für die volkstümliche Musik. Seine Lieder hörte man regelmäßig auf den Programmen aller Radiosendungen. Besonders beliebt waren sie in den Sendungen wie „V četrtek zvečer“ und „Po željah“. Auf der ganzen Welt vergötterten Slowenen Lojze Slak und luden ihn regelmäßig zu Tourneen in die USA, nach Kanada und Australien ein. Besonders beliebt war er in den USA, wo er zahlreiche Auszeichnungen erhielt und sogar die Hauptstadt der Countrymusik eroberte, nämlich Nashville.
Lojze aber bemühte sich auch um die Entwicklung und Popularität der volkstümlichen Musik in seiner eigenen Heimat. Gemeinsam mit einigen bekannten Musikschaffenden gründete er in Novo mesto das Musikfestival „Boš videl, kaj dela Dolen'c!“(Wirst schon seh'n, was der Unterkrainer so macht!). Dieses Musikfestival wurde bald zur Tradition und lockte mehr und mehr Zuschauer und Zuhörer und weckte das Interesse der Medien.

     
Das dreißigjährige Jubiläum seines Musikschaffens feierte Lojze mit seinem Ensemble im slowenischen Kulturtempel – dem Cankarjev dom in Ljubljana. Dieser war zweimal zum Bersten voll. Das Ensemble Lojze Slak war zu Gast in allen größeren und bekannten Radio- und TV-Sendungen. Lojzes sprichwörtliche Ader für Zusammenarbeit und sein Schaffensdrang führten auch zur Zusammenarbeit mit anderen Ensembles. Auf diese Art entstanden einmalige Projekte mit Gruppen verschiedener Musikgenres, wie z.B. Čuki, Big Foot Mama, und anderen. Lojze Slak erhielt für sein musikalisches Schaffen zahlreiche Würdigungen aus dem In- und Ausland. Neben goldenen Auszeichnungen für verkaufte Schallplatten und Kassetten erhielt er auch musikalischen Anerkennungen, wie „Zlati petelin, Zlata čaplja, Slovenski slavček, Lojtrca domačih und Viktorji“. Die größte Würdigung stellte aber wohl das „Ehrenzeichen für die Freiheit Sloweniens“ dar, das er vom Staatspräsidenten der Republik verliehen bekam.
Lojze pflegte seinen Sportsgeist auch trotz den fortgeschrittenen Jahren und schwang sich mit großem Eifer auf den Triglav, den höchsten Berg Sloweniens oder ins Flugzeug, um aus großer Höhe seinen geliebten Weinberg zu betrachten. Auf der Trška gora kelterte er nämlich einen Wein von höchster Qualität – den Dolenjski Cviček. Beim „Cviček Festival“ in Novo mesto erhielt er dafür zahlreiche Anerkennungen und Medaillen.
Das größte Geschenk für ihn aber waren seine Enkelinnen und Enkel, die er über alles liebte. Auch sie waren sehr stolz auf ihren Opa und der fand trotz der vielen Arbeit immer mit großer Freude Zeit für ein Spielchen.

     

Ihre goldene Hochzeit feierten Ivanka und Lojze Slak am 20. Februar 2010 im familiären Kreis und mit Freunden. Sie wußten noch nicht, dass eine heimtückische Krankheit schon bald seinem schaffensreichen Leben ein Ende setzen wird. Lojze Slak spielte sein Schlusskonzert am 16. Dezember 2010, als er mit seinem Ensemble im Cankarjev dom zu Ehren des Freundes und Gitarristen Milan Ferlež auftrat.
Als man Lojze Slak einst fragte, was er wohl tun werde, wenn er einmal nicht mehr spielen werde können, antwortete er kurzerhand: „Dann werde ich gleich sterben“!
Lojze Slak unterlag seiner Krankheit am 29. September 2011. Er ruht neben der Kirche des Hl. Vitus in Šentvid nad Ljubljano.